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rezension zum buch "das gift an amors pfeil von marnia robinson"

in GEDANKEN zu Karezza, Partnerschaft und Sexualität 23.06.2015 12:28
von Erleuchtung.jetzt • 42 Beiträge

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der text darf hier in voller länge veröffentlicht werden, da ich das urheberrecht habe.

Das Gift an Amors Pfeil- Von der Gewohnheit zum Gleichgewicht in sexuellen Beziehungen
Buch von Marnia Robinson
gelesen von Wolfgang Backhaus

In diesem sehr umfangreichen Werk erläutert die in den USA lebende Autorin ausführlich das Thema Heilung mit sexuellen Beziehungen.

Sie empfiehlt monogame Beziehungen (hetero und homo) und Karezza, eine Methode der ruhigen intimen Vereinigung mit Verzicht auf den sonst normal üblichen Orgasmus, der bei Männern mit einem Samenerguß verbunden ist. Es ist so möglich, sehr lange in der Vereinigung zu bleiben, so dass die Energie sich immer weiter aufbaut.

Bei Wikipedia steht hierzu u.a.: „Der Begriff Karezza (ital. „carezza“ = „Liebkosung, Streicheln“) wurde von der amerikanischen Ärztin Alice Bunker Stockham geprägt, die 1896 ein Büchlein mit dem Titel 'Karezza. Ethics of Marriage' veröffentlichte. Darin beschreibt sie eine Form des Geschlechtsverkehrs, bei dem der Mann auf den Samenerguss verzichtet, auch coitus reservatus genannt. Zwar wird der Penis in die Scheide der Frau eingeführt, dort über längere Zeit aber nicht oder nur sehr mäßig bewegt. Durch Karezza kann ein sehr intensives Lustempfinden und auch ein sehr intensives Zusammengehörigkeitsgefühl der Sexualpartner hervorgerufen werden.“

Das Buch beruht auf persönlichen Erfahrungen der Autorin und ihres Ehemannes, wissenschaftlichen Befragungen in ihrer Umgebung, Forschungen in vergleichbarer Literatur usw.

Das gleiche Thema wurde schon in dem legendären Karezza-Buch von Cesare A. Dorelli von 1955 bzw 1961 (liest sich heute etwas verstaubt und altmodisch, ist vergriffen - Restexemplare im modernen Antiquariat oder im www, z.B. Amazon.de), den Büchern von Barry Long und auch in dem kleinen Büchlein „Sex auf Wolke 7“ Von Bärbel und Manfred Mohr behandelt.

Die Techniken und Übungen bei Karezza unterscheiden sich vom indischen Tantra und dem chinesischen Tao der Liebe wesentlich.

Die Methode ist auch für Menschen geeignet, die nicht esoterisch denken und fühlen. Ganz vorsichtig erwähnt die Autorin aber u.a. dass diese Methode auch ein Weg zum gemeinsamen Erwachen, zur Erleuchtung ist.

Zwischendurch werden immer Zitate von berühmten Persönlichkeiten oder aus z. T. sehr alten spirituellen oder religiösen Büchern zitiert, die zum Thema passen. Manchmal werden auch Witze und Ärzte zitiert.
Auch werden immer wieder ausführliche Erfahrungen von Menschen in den Text eingestreut, die diese Methode praktizieren.

Die wissenschaftliche Akribie, mit der M.R. ihre Beweise sammelt, dürften nicht alle Menschen anziehend finden. Man muss sich durch dieses Buch regelrecht durchbeißen. Nach 100 Seiten habe ich jedenfalls schon begriffen, um was es geht. Marnia beleuchtet das Thema aber immer wieder aus einem neuen Gesichtspunkt und legt immer wieder neue Beweise vor.

Eine Kurzfassung des Inhalts, speziell der praktischen Übungen – als neues Buch – wäre empfehlenswert. Was bei Bärbel Mohr zu kurz ist, ist hier eigentlich zu lang. Aber andererseits braucht das Umdenken, Umlernen, der Paradigmenwechsel im sexuellen Verhalten einfach Zeit, weil wir durch unsere Erziehung, Eltern und Umwelt anderes vorgelebt bekommen. Für den Intellekt ist das Buch überzeugend, aber die Gefühle müssen ja schließlich auch mitspielen. Letzten Endes werden in diesem Buch wirklich alle Fragen zum Thema erschöpfend behandelt. Z. B. auch die Frage: „Aber, nach einem Orgasmus fühle ich mich großartig.“ „Wie erkläre ich dieses Buch meinen Freunden ?“

Das Buch enthält auch praktische Hinweise, wie man das denn so machen kann. Die Autorin stellt fest, dass ein normaler sexueller Kontakt mit Orgasmus durch die angeregten körpereigenen Dopamine regelrecht süchtig und abhängig macht. Diese Sucht wird mit Kokain- oder Heroinsucht verglichen. Es spielt hierbei keine Rolle, ob der Orgasmus bei Männern, Frauen, heterosexuell, homosexuell oder durch Selbstbefriedigung hervorgerufen wurde. Im übrigen führe dies auch dazu, dass man mit der geliebten Person nicht mehr lange zusammenbleiben möchte und den Kick mit einem anderen Partner/Partnerin immer wieder sucht. Die vorgestellten Erfahrungsberichte beweisen dies. Ihre Untersuchungen hierzu sind regelrecht wissenschaftlich.

Demnach gibt es nach einem Orgasmus eine sog. postorgastische Phase, die in der Regel 2 Wochen dauert. Diese äußert sich durch Streitlust, Vorwürfe, Traurigkeit, Depressionen, lautstarke Auseinandersetzungen, Ungerechtigkeit, Fehler beim Partner suchen, Fluchtreflex, Abwendungen der Partner voneinander u.ä.. In der Regel würden die Beziehungen so normalerweise nie länger als 2 Jahre halten.

Bei scheinbar glücklichen, länger anhaltenden Beziehungen, die sie untersuchte, stellte sie letztlich fest, dass auch hier einiges im argen lag.

Die Karezza-Methode dagegen führt zu einem Paarbindungsprogramm im Gehirn, das sich auf den Körper und das ganze Verhalten auswirkt, macht nicht süchtig und einfach glücklich. Die Autorin empfiehlt, die Methode einfach mal 3 Wochen lang täglich auszuprobieren und dann zum normalen Sex zurückzukehren, um den Unterschied selber zu bemerken. Sie empfiehlt verschiedene Übungen (u.a. ein 21-Tage-Übungsprogramm). Diese Übungen helfen dabei , ein neues Verhalten zu erlernen.

Normalen Sex mit Orgasmus/Samenerguß empfiehlt sie nur dann, wenn man Kinder haben möchte. Unser Paarungsverhalten wird von einem sehr alten Teil des Gehirns angetrieben, das wir mit allen Säugetieren gemeinsam haben. M. R. unterscheidet zwischen unerwünschtem „Paarungsverhalten“ und erwünschtem „Bindungsverhalten“. Durch Karezza können wir unsere Gene und unser genetisch gesteuertes Verhalten gewissermaßen austricksen.

Auch, wenn möglicherweise nicht alle Menschen den Schlussfolgerungen von Marnia folgen können, scheint mir die vorgestellte Methode für sehr viele Menschen hilfreich zu sein. Menschen, die bewusst nicht monogam leben wollen, dürften sich jedoch von diesem Buch nicht angezogen fühlen.

Dieses Buch steht natürlich z. Zt. noch im Gegensatz zur derzeitigen wissenschaftlichen Sexualforschung. Meines Wissens ist die postorgastische Phase vorher noch nie wissenschaftlich untersucht worden.

Es geht hier darum, den Paradigmenwechsel im sexuellen Verhalten bei sich selbst durchzuführen.

Besonders in langjährigen Beziehungen, wo möglicherweise eine Gewöhnung, Langeweile, Untreue oder Abneigung entstanden ist, kann diese Methode dazu führen, dass wieder das Glück ins Haus kommt.

Bemerkenswert finde ich noch, dass Marnia nicht mit dem moralischen Zeigefinger droht, „sündhaftes Verhalten“ anprangert, sondern einfach nur ihre Untersuchungsergebnisse veröffentlicht und den Lesern selbst die Entscheidung überlässt.
Wer jetzt sofort schon mal üben möchte, dem/der empfehle ich:
Werdet langsamer, ruhiger in der Vereinigung bis zur völligen Bewegungslosigkeit, auch wenn’s Euch manchmal komisch oder langweilig vorkommt. Bleibt in einem Schwebezustand, ohne irgendwo hinkommen zu wollen und beobachtet Eure Gedanken und Gefühle dabei und sprecht – nachher – evtl. darüber.

Auch über Suchmaschinen im www findet man schon so einiges zum Thema.
Die Autorin des Buches hat eine eigene homepage
http://www.reuniting.info/

+ sie ist auch bei you tube (Lautsprecher einschalten)
http://www.youtube.com/watch?v=E3koMhG-2vA


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