#1

Was tun bei Erektionsstörungen? Über Pornographie, Orgasmus, Sucht und wie man frei werden kann - Eine Zusammenfassung.

in Pornographie und Sucht: Wissenswertes und Hintergründe 21.02.2013 20:19
von primaertherapie • 37 Beiträge

Was tun bei Erektionsstörungen? Über Pornographie, Orgasmus, Sucht und wie man frei werden kann - Eine Zusammenfassung.
Hier ein Beitrag von youngoldie, den er in einem englischsprachigen Forum gepostet hatte und tollerweise für hier übersetzt hat:


Zitat
Hallo Leute,

für den Fall, dass ihr es noch nicht woanders gelesen habt, nochmal eine Zusammenfassung über das Thema:

Was steckt wirklich hinter den Themenfeld Porno-Befriedigung, Pornografie-Anschauen, Orgasmus, Sex und Untreue?

Das Problem ist nicht Pornografie.
Das Problem ist nicht das Internet.
Das Problem ist nicht Selbstbefriedigung
Das Problem ist nicht Unmoral oder Untreue

Sogar einander treue, nicht porno-guckende, nicht-masturbierende Partner können unter dem gleichen Problemkomplex - nämlich den Folgen eines orgasmus-bedingten Hormonungleichgewichts - leiden.

Also: Was ist nun das Problem? Hier kommt die Auflösung (und einige von Euch wussten sie schon:)

Das Problem heißt:

Jemand hat ein hormonelles, vom Orgasmus erzeugtes Ungleichgewicht
und versucht, dies mit noch mehr Orgasmus auzukurieren.


Das Problem kann verstärkt werden durch:

- häufigen Orgasmus
- langfristiges oder häufiges Erregtsein nahe dem Orgasmus (engl. edging)
- andauernder Zugriff zu immer neuen sexuell erregenden Bildern oder Videos (Wie zum Beispiel durch Breitband-Internet oder gespeicherte Bildergalerien.)
- die Erwartung neuer erregender Inhalte (Wie das klicken auf Thumbnails oder Vorschaubilder, wie z.B. auf youtube)
- dauernder Wechsel der Sexualpartner
- den Gebrauch von Genussmitteln, die auch den Hormonhaushalt beinflussen wie Alkohol, Süßigkeiten oder Drogen



Doch sogar bei treuen Partnern leiden beide darunter, wenn sie versuchen, möglichst viele Orgasmen zu bekommen. Sie werden entweder genug vom Sex haben und körperliche Nähe meiden. Oder sie werden sich nach mehr Sex sehnen (ohne je richtig befriedigt zu sein) - sogar wenn sie sehr häufig Sex haben. Das kann dazu führen, dass der eine Partner immer den Sex vermeidet und der andere versucht, sein hormonelles Ungleichgewicht mit Porno-Selbstbefriedigung, Seitensprüngen oder Drogen auszukurieren.

Die Heilung von all diesen unterschiedlichen Aspekten der gleichen Ursache geschieht durch:

a) Die Häufigkeit des Orgasmus oder seine Intensität oder seinen Einfluss soweit wie möglich verringern, wenn nicht gar ganz lassen.

b) das Hormon-Ungleichgewicht richtig behandeln durch:
- kuscheln und knuddeln
- Liebkosen
- andere glücklich machen
- mit Menschen und Tieren arbeiten
- langsamer, sanfter Sex
- Meditation
und vieles mehr

Das hormonelle Ungleichgewicht nach einem Orgasmus dauert bis zu 14 Tage. Um die Auswirkungen selbst zu erfahren, ist es nötig, sich drei Wochen vom Orgasmus fernzuhalten. Zwei Wochen, um sich vom Ungleichgewicht zu erholen und eine Woche, um den positiven Unterschied zu erleben. Und möglicherweise einen neuen Orgasmus nach drei Wochen zu haben, um den Unterschied wirklich zu erleben - nämlich wie toll man sich in der 3. Woche gefühlt hat.

Menschen, die abhängig vom häufigen Hormonausstoß nach dem Orgasmus sind (Z.B. Porno-Nutzer), brauchen länger, denn die gehirn-biologischen Änderungen gehen tiefer - aber sie werden davon freikommen.

Warum ist es nötig, auf all diese Feinheiten zu achten?

Nicht jeder ist stark genug, um vom Porno-Konsum und von der Selbstbefriedigung zugleich frei zu werden. Der Rat für diejenigen, die nicht widerstehen können, ist, das Masturbieren schnell zu Ende zu bringen. An die Wand schauen, keine Fantasie, kein Hinauszögern (Edging), fertig in wenigen Minuten - zumindest kann das jeder gesunde Mann, auch im hohen Alter. Weil das die geringsten Hormonschwankungen verursacht. (Ich bin mir nicht sicher, wann ich diesen Rat geben soll. Natürlich ist das Normalwerden viel erfolgreicher, wenn man es ganz lässt, aber dieses schnelle Masturbieren ist trotzdem viel besser als stunden- oder tagelanges Onanieren vor dem Bildschirm. Durch langes Sich-Hineinsteigern wird ein sehr hoher Dopamin-Spiegel aufgebaut, der dann beim Orgasmus unter das Normalniveau abfällt und eine Leere und einen Gehirnnebel erzeugt - und das Bedürfnis, schnell wieder so ein Dopamin-Hoch zu haben.)

Nur das Masturbieren sein zu lassen ist nicht die ganze Lösung. Man sollte schon die biologischen Gründe dahinter wissen. Und versuchen, die richtige Medizin für die betäubten Gehirnzellen zu finden. Wichtig ist es, auch diese Gewohnheit durch bessere zu ersetzten. Jede Gewohnheit, die man sein lässt, erzeugt ein Vakuum, das wieder gefüllt werden will.

Diejenigen mit einem Partner werden versucht sein, das Ungleichgewicht durch Sex mit Orgasmus zu kurieren und dadurch das Problem zu verschieben. (Genug vom Sex haben oder nicht genug davon zu kriegen - und sich anderen Abhängigkeiten zuzuwenden - sexuelle oder nicht sexuelle).

Normalerweise kommen die Leute nicht hierher, um etwas über Moral oder Freisein von Selbstbefriedigung zu lernen. Sie wollen freiwerden von Erektionsstörungen und verzögerter oder ausbleibender Ejakulation. Oder ihr geringes Selbstwertgefühl und die Dumpfheit im Kopf loswerden. Oder ihre Partnerschaft wieder geregelt bekommen. Sie brauchen Erklärungen, warum es so kam. Manche schauen anfangs nur auf einen einzigen Aspekt. Aber während sie eine Lösung dafür finden, werden nach und nach auch andere Bereiche ihres Lebens heil.



Danke dir, youngoldie!!



zuletzt bearbeitet 21.02.2013 21:42 | nach oben springen

#2

RE: Was tun bei Erektionsstörungen? Über Pornographie, Orgasmus, Sucht und wie man frei werden kann - Eine Zusammenfassung.

in Pornographie und Sucht: Wissenswertes und Hintergründe 22.02.2013 13:44
von Alisha • 6 Beiträge

Hallo! Schön, dass es ein Karezza-Forum gibt! Danke für den tollen Beitrag-finde ich sehr stimmig.
Finde Karezza sehr schön und wichtig, wenn man/frau sich nicht mehr fortpflanzen will. In den Wechsel-
jahren, die übrigens auch Männer haben, wird die Psyche immer instabiler, wenn zu häufig Orgasmen
erzeugt werden. Aber das erzähl mal einem (einer) Süchtigen....! Ich hoffe jedoch, dass es immer mehr
bewußte Menschen in Zukunft geben wird.



zuletzt bearbeitet 22.02.2013 13:45 | nach oben springen

#3

RE: Was tun bei Erektionsstörungen? Über Pornographie, Orgasmus, Sucht und wie man frei werden kann - Eine Zusammenfassung.

in Pornographie und Sucht: Wissenswertes und Hintergründe 22.02.2013 23:10
von Ninive • 198 Beiträge

Hallo Alisha! Schön, dass du in unser Forum gefunden hast. Ich hoffe, die Beiträge hier können dir auf deinem Weg nützen und freue mich auf deine!

Herzlich willkommen!


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