#1

Swami Sivananda: Die Praxis des Brahmacharya

in Spiritualität in Liebe und Sexualität, Literatur und Medien 20.04.2013 21:53
von Ninive • 197 Beiträge

Hier ein sehr gutes Buch darüber, wie man gesund mit der Sexualiät umgehen kann. Es gibt auch Kapitel über -der Mann als Familienvater, die Frau als Mutter, Kindererziehung, Sex in der Ehe etc. pp.

Wie bringt man Sex und spirituelle Entwicklung unter einen Hut?

Swami Sivananda: Die Praxis des Brahmacharya*
hier klicken und lesen


*Brahmacharya bedeutet übersetzt "Lebensführung im Sinne des Absoluten"
Die Praxis des Brahmacharya beinhaltet Enthaltsamkeit von sexuellen Leidenschaften, jedoch nicht unbedingt Zölibat. Da es auch im Karezza nicht um sexuelle Leidenschaften geht, sondern um wahre selbstlose - auch sexuelle - LIEBE, haben diese beiden Wege an vielen Stellen Überschneidungen. Sivananda konnte damals natürlich noch nichts über die Gehirnchemie (Dopamin etc.) wissen, deshalb glaubte er noch, die Lebensessenz des einbehaltenen Samens und des Ovums würde in spirituelle Energie umgewandelt.



zuletzt bearbeitet 21.04.2013 17:02 | nach oben springen

#2

RE: Swami Sivananda: Frauen und Brahmacharya

in Spiritualität in Liebe und Sexualität, Literatur und Medien 21.04.2013 16:47
von Ninive • 197 Beiträge

ein Auszug (das ganze Buch ist "zur freien Verteilung. Kopieren ausdrücklich erlaubt."):

11.3 Der Ruf zum spirituellen Leben

O Göttinen! Verschwendet euer Leben nicht mit Mode und Leidenschaften. Öffnet eure Augen und geht einen rechten Weg. Bewahrt die eheliche Moral und seht die Göttlichkeit in euren Ehemännern. Studiert die Bhagavadgita, die Upanishaden, die Bhagavata und das Ramayana. Werdet gute Ehefrauen und Gottessucher und bringt viel Glück und Liebe hervor. Das Schicksal der Welt liegt in euren Händen. Mit eurer Liebe könnt ihr die ganze Welt verändern. Die Tür des himmlischen Glücks steht euch offen. Holt das Paradies in euer Haus. Führt eure Kinder auf den spirituellen Weg. Sät den spirituellen Samen, wenn sie noch jung sind.O, ihr Göttinnen dieser Welt! Solltet ihr euch nicht um ein höheres, um ein großartiges, erhabenes, um das einzig wahre Seelenleben bemühen? Stellen dich allein die materiellen Dinge des Lebens wirklich zufrieden? Erinnerst du dich, was Maitreyi, die Ehefrau des Weisen Yajnavalkya, zu ihm sagte? Sie sagte zu ihm: "Was soll ich mit dem Reichtum dieser ganzen Welt? Werde ich dadurch glücklich?" Wie viele Frauen dieser Welt sind klug genug, diese weise Aussage einzusehen?

Das Geburtsrecht der Frauen besteht darin, sich von den Ketten des Samsara, den Ketten der Reinkarnation, zu befreien. Das Anhaften an die Familie, die Kinder und Verwandte sollte nicht das Ideal der mutigen und intelligenten Frauen sein. Jede Mutter dieser Welt sollte es als ihre Pflicht empfinden, sich selbst, ihre Kinder, ihre Familie und ihren Ehemann, zum wahren Licht, zum Glanz des spirituellen Lebens zu führen. Was für eine wunderbare Mutter war Königin Madalasa (aus den alten Geschichten der hinduistischen Puranas). Sagte sie ihren Kindern, sie sollten sich nach beendetem Studium eine Beschäftigung suchen? "Ihr seid rein, Bewusstsein, unbefleckt, ihr seid leer von Maya (Täuschungen, Illusionen), von Samsara". Das war die Belehrung, die Madalasa ihren Kindern erteilte, als sie sie in der Wiege schaukelte.Wie viele Mütter der heutigen Zeit haben das Vermögen, ihren Kindern solch ein tiefsinniges Wissens beizubringen? Die heutigen Mütter würden vielmehr versuchen, die spirituellen Tendenzen ihrer Kinder zu unterbinden, selbst wenn sie nur gering vorhanden wären! Was für ein trauriger und bemitleidenswerter Zustand! Wacht auf, ihr Mütter und Schwestern! Wacht auf, aus eurem Tiefschlaf. Erkennt eure Verantwortlichkeit. Lebt spirituell. Führt eure Kinder, eure Ehemänner zur Spiritualität, wenn ihr in einer Familie lebt! Erinnert euch daran, wie Königin Chudala ihren Ehemann, König Shikidwaja, erleuchtete (aus der Yoga Vashishtha). Mütter, ihr seid die Schöpfer der Nation, die Schöpfer der Welt! Darum lebt ein Leben in Spiritualität. Entwickelt euch im Geiste Sulabhas, Maitreyis und Gargis. Seid mutig. Trennt euch von euren Illusionen und Eitelkeiten!

Werdet zu wahren Sannyasinis und bereichert die Welt mir eurer Glorie, mit eurer wahren Größe. Dafür braucht ihr Mut, Intelligenz und Einsicht. Eine Frau ist keine Frau, wenn in ihr nicht das spirituelle Feuer brennt, wenn ihre Seele nicht nach dem höheren Leben strebt. Die Mutter sollte es nicht nur als ihre Aufgabe ansehen, die Familie materiell zu versorgen, sondern ebenso spirituell. Ihr Interesse sollte nicht den Kleidern, dem Schmuck, den Jacken, den Pudern und den Düften gelten. Ihre Aufgabe sollte darin bestehen, das Selbst, den Atman (Seele), den Brahman, zu finden. Solch eine Frau ist ein reales Symbol Gottes."



zuletzt bearbeitet 21.04.2013 17:05 | nach oben springen

#3

RE: Swami Sivananda: Ehe und Brahmacharya

in Spiritualität in Liebe und Sexualität, Literatur und Medien 21.04.2013 16:51
von Ninive • 197 Beiträge

10.1 Was bedeutet Brahmacharya in der Ehe?

"Führe eine geordnete und gezügelte Ehe. Selbst als Familienvater kannst du ein Brahmachari sein, indem du am Grihastha Dharma, den sozialen und spirituellen Pflichten der Familienväter, festhälst, ein gemäßigtes Leben führst und regelmäßig zu Gott betest. Die Ehe sollte dich auf keinen Fall in deiner spirituellen Entwicklung behindern. Du solltest das spirituelle Feuer immer am lodern halten. Deine Frau sollte ebenso vom Sinn eines spirituellen Lebens überzeugt sein. Wenn beide Eheleute Brahmacharya beachten, aber zur Zeugung von Kindern miteinander intim sind, ohne es zu Ausschweifungen kommen zu lassen, dann werden sie robuste und gesunde Kinder bekommen, die der Stolz des ganzen Landes sind. Die aufbewahrte Energie kann für höhere spirituelle Zwecke verwendet werden. Die Verhinderung einer häufigen Schwangerschaft erhält außerdem die Gesundheit der Frau.Brahmacharya im Eheleben bedeutet eine absolute Mäßigung im sexuellen Verkehr. Familienvätern sollte es gestattet sein, einmal im Monat mit ihrer Frau intim zu sein, um Nachwuchs zu zeugen. Dieses entspricht ebenfalls dem Gelübde des Brahmacharya. Deshalb kann man die Eheleute, die diese Regeln einhalten, ebenfalls als Bramacharin betrachten.

Die Eheleute sollten ebenso regelmäßig fasten und Japa, Meditation und andere spirituelle Praktiken einhalten, die es ihnen ermöglichen, das Gelübde des Brahmacharya aufrecht zu erhalten. Sie sollten vielleicht zusammen die Bhagavad Gita (hinduistische "Bibel"), die Upanishaden (philosophische Schriften), die Bhagavata (ein hinduistischer Text vishnuitischer Prägung) und das Ramayana (indisches Nationalepos) studieren und die Regeln für eine gesunde Ernährung beachten.Wenn du Brahmacharya beachten möchtest, dann stelle dir vor, dass deine Frau deine Schwester ist. Legt die Idee von Ehemann und Ehefrau beiseite, und stellt euch vor, ihr seid Bruder und Schwester. Ihr werdet eine reine und starke Liebe entwickeln, weil die Unruhen, die die Sinneslust normalerweise mit sich bringen, nicht vorhanden sind. Im Mittelpunkt eures Lebens sollte die Ausrichtung auf gemeinsame spirituelle Ziele stehen. Unterhaltungen über die Geschichten der Mahabharata oder der Bhagavata könnten euer Leben bereichern. Lest an den Feiertagen und im Urlaub zusammen spirituelle Bücher. So werdet ihr gemeinsame Interessen und Freuden für spirituelle Themen entwickeln. Richtet euer Leben an gemeinsamen spirituellen Zielen aus, um euch von den Verunreinigungen des Unterbewusstseins zu befreien und die Göttlichkeit in euch zu entwickeln."



zuletzt bearbeitet 21.04.2013 17:03 | nach oben springen

#4

RE: Swami Sivananda: Ehe und Brahmacharya

in Spiritualität in Liebe und Sexualität, Literatur und Medien 22.04.2013 10:15
von Schatzi • 59 Beiträge

Danke, liebe Carmen, für deinen Beitrag! Ich weiß noch, wie ich vor vielen Jahren alles über Gandhi gelesen und ich mich sehr zu seiner Art zu leben hingezogen gefühlt habe.
Nur mit dem Brahmacharya bin ich damals nicht zurecht gekommen und dachte, es wäre doch reichlich übertrieben und grenzt an Selbstkasteiung.Nun heute, fast 20 Jahre später denke ich ganz anders und führe (auf meine Art) ein ähnliches Leben und kann langsam, erleben, was innerer Frieden bedeutet.



zuletzt bearbeitet 03.02.2015 00:42 | nach oben springen

#5

RE: Swami Sivananda: Ehe und Brahmacharya

in Spiritualität in Liebe und Sexualität, Literatur und Medien 22.04.2013 23:44
von Ninive • 197 Beiträge

:-D
Ja, so hatte ich auch gedacht. Ich dachte, diese Art ausschweifend (im Sinne von Brahmacharya) Sexualität zu leben, wäre was richtig Gutes. Es wird ja auch so dargestellt, als wäre die Ausschweifung das Normale und Gesunde.

Jetzt, mehr als 20 Jahre später, bin ich schlauer und ich weiß, dass ich mir viel sinnlose Qual zugefügt habe. Es wird immer so dargestellt, als wäre Selbstbeherrschung eine Qual, aber das stimmt nicht wirklich. Im Gegenteil: Ohne Selbstbeherrschung z.B. in der Sexualität oder beim Essen, da fängt doch die Qual erst richtig an! Wir werden von unseren dopamin-gesteuerten Leidenschaften hin und her getrieben wie ein Blatt im Wind und sammeln sexuelle "Erfahrungen", die sich dann als Sammlung seelischer Schmerzen entpuppen.

Inzwischen nehme ich Agnus Castus (Keusch-Lamm) und freue mich jeden Morgen so richtig über diesen Namen ;-)



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